Freitag, 28. Mai 2010

Immer was los in Baroda...

... man glaubt es kaum!

Doch auch die letzten Wochen waren wieder recht spannend und mal schön und mal nicht so schön, aber auf jeden Fall nie langweilig.


... Swimming Pool im Alkapuri Club - der geheime Ort der Trainees


... kleine von mir organisierte Party auf Piyushs Dach



... lustige Begegnungen


... (un)regelmäßiges gemeinsames Abendessen


... das frischeste Obst gibt's auf der Straße

Im Verlaufe dieses Monats sind nach und nach immer mehr neue Trainees nach Baroda gekommen - die meisten von ihnen aus Deutschland. Zuerst kam unser neuer niederländischer Kollege und Mitbewohner Laurens, mit dem man recht gut auskommt und der sich hier schon sehr gut eingelebt zu haben scheint. Außerdem sind da noch Sebastian aus München, der jetzt in meinem ehemaligen Unternehmen arbeitet, Kathleen aus Bamberg, die für ein ganzes Jahr bleibt und bei TATA tätig ist, Christian aus Wuppertal, der auch bei TATA arbeitet, Immanuel aus Frankreich und Lilly, ebenfalls aus Frankreich. Doch wie das so ist in der Trainee-Community muss auch immer jemand gehen wenn neue Leute kommen und so wird morgen unsere liebe Julianna - von Piotr, der uns leider demnächst auch verlässt, liebevoll "Chinatown" genannt - zurück nach Peking fliegen. Zumindest Piotr, Gül und ich haben sie so lieb gewonnen, dass wir bestimmt mal nach China kommen werden, um sie zu besuchen.


Gül & Julianna

Ansonsten waren wir, das sind Gül, Kathleen, Laurens und ich, letztes Wochenende endlich mal wieder auf Reisen. Da letzten Freitag eine lustig-verrückte Halloween- bzw. Kostümparty bei Manthan zu Hause mit viel Musik und besonders viel Melonen-Bowle war und wir den nächsten halben Tag erstmal zur Regeneration brauchten...



Piotr & ich

...haben wir uns dann erst Samstag Abend auf nach Palitana gemacht. Dieser Ort in Gujarat ist besonders dafür bekannt, dass sich dort auf einem Berg eine kleine Art Stadt fast nur aus Tempeln bestehend befindet. Die erste Hürde war schon die Hinreise, auf der wir erst mit einem klimatisierten Reisebus nach Bhavnagar gefahren sind und dort angekommen erstmal mitten in der Nacht eine Stunde lang auf dem öffentlichen Busbahnhof warten mussten - eine spezielle Erfahrung.



In Palitana kamen wir dann nach einer holprigen Reise mit einem öffentlichen Bus kurz nach dem Sonnenaufgang an und machten uns sofort auf den anstrengenden Weg über die 3200 Stufen bis auf die Spitze des Berges mit den über 1300 Jain-Tempeln.



Seit ich in Indien angekommen bin habe ich noch nie solche Ruhe und Friedlichkeit genossen wie an diesem Ort, an dem sich bis auf uns keine Touristen, sondern nur Pilger und Einheimische befanden.



Die Erkundungstour durch die zahlreichen verschieden großen Tempel überzeugte uns dann davon, dass es sich gelohnt hatte die 3,5 km in dem heißen Wetter nach oben zu laufen, denn sowohl die Architektur der heiligen Gebäude mit den vielen filigranen Götterabbildungen als auch der Ausblick ins Tal waren umwerfend!



Eine weitere interessante Erfahrung war, nach der schlaflosen Nacht durch die anstrengende Anreise im Schatten eines Tempels ein paar Stunden auf dem kühlen Mamorsteinboden zu schlafen.



Nach ein paar netten Interaktionen mit Einheimischen...



...haben wir uns dann schon wieder auf den Rückweg ins Tal gemacht, der sich durch die Mittagshitze mit brennender Sonne und 45°C als noch anstrengender herausstellte, als der Hinweg. Um ganz ehrlich zu sein – ich habe noch nie in meinem Leben außerhalb einer Sauna so geschwitzt! Durch gute Wasserversorgung auf dem Weg haben zum Glück alle bis zum Ende durchgehalten und dann waren wir ziemlich stolz auf uns, als wir wieder gut unten ankamen.



Nach einer kleinen Erfrischung durch vor unseren Augen gepressten Zuckerrohrsaft ging’s dann abenteuerlich über Umwege und per öffentlichem Bus nach Baroda, weil es keine andere Möglichkeit gab. So fuhren wir von der ansonsten kleinen schmutzigen Stadt Palitana zuerst wieder nach Bhavnagar, von dort aus nach Ahmedabad und dann nach Home-Sweet-Home Baroda. War schon mal eine Erfahrung wert, dieser Wochenendtrip. :)

Ansonsten habe ich in der letzten Zeit oft deutsche Kunden betreut, die uns im Unternehmen besucht haben. Zuerst war da ein netter Herr aus Bonn, der für zwei Wochen da war und die Zusammenarbeit mir uns sowie die Zeit in Indien sichtlich genossen hat.



Sein letzter Abend in Baroda wurde dann auch noch mit dem glücklichen Zufall gekrönt, dass wir zufällig auf einer indischen – speziell Rajasthani – Hochzeit gelandet sind. Obwohl wir erst nur vom Rand zugeschaut haben, wie die Hochzeitsgesellschaft mit Ihren bunten glitzernden Gewändern um ein Pferd mit dem Bräutigam darauf tanzte, wurden wir nach ein paar Minuten promt angesprochen und sollten mit tanzen. Danach wurden wir auch auf das restliche Fest eingeladen, wo wir erst an einem großen Buffet leckeres indisches Essen bekamen und danach sogar an der zweistündigen Zeremonie mit unzähligen Ritualen und Mantras teilnehmen durften, bis das Brautpaar letztendlich verheiratet war.


Lieke, Laurens & Gül beim Tanzen


der stolze Bräutigam


Hochzeitsgäste aus Rajasthan


die Zeremonie

Unser anderer Kunde heißt Simon, kommt aus der Nähe von Frankfurt und ist erst Mitte 20. Er ist ein wirklich netter Mensch und ich bin immer ziemlich beeindruckt von den vielen Ideen die er so hat. Das Gute daran, Kunden zu betreuen die das Unternehmen besuchen ist, dass man dann sehr oft in den Genuss kommt, auf Kosten der Firma in sehr guten Restaurants zu essen. :D

Oft habe ich ihn aber am Abend allein unterhalten, weil Jigar nicht immer die Zeit dazu hatte. So sind wir auch mal einfach nur zu McDonalds oder eine Kokusnuss trinken gegangen, aber das war auch immer völlig okay. Gestern Abend ist er dann nach 10 Tagen Aufenthalt in Baroda wieder abgereist. Wie er gesagt hat wäre er gerne noch länger geblieben, doch das Geschäft in Deutschland läuft ja nun mal weiter und wir sind uns hier in der Firma sicher, dass wir das Projekt auch ohne ihn gut und erfolgreich durchführen können.

Letztes Wochenende hab ich mit Gül, Kathleen und Lilly in Ahmedabad verbracht, weil sich das gut angeboten hat, da unser Chef im Urlaub war und Gül und ich unseren Kunden Simon dadurch am Sonntag Abend vom Flughafen abholen und mit diesem Essen gehen sollten.

Sehr schön und besonders ruhig und friedlich fand ich den Ashram von Mahatma Gandhi, wo der friedliebende Geistliche von 1915 bis 1933 gelebt und gewirkt hat. Ich kann schon sagen, dass es ein sehr inspirierender schöner, aber einfach gehaltener Ort ist.







Später sind wir dann los in die Altstadt, wo wir uns die vielen bunten Geschäfte angesehen und unseren ersten Elefanten auf der Straße gesehen haben – er war riesig!



Seltsam war nur, als uns drei Mädels dann plötzlich ein paar Frauen an sich zogen und hektisch damit begannen, mit Hennafarbe und geschnitzten Stempeln eine Art Mehndi zu verpassen, das sind die Körperbemalungen an Händen und Armen, die sich viele Frauen in Indien machen lassen und die als besonders schön gelten. Wir waren zwar zunächst total überrumpelt von der Dreistigkeit der Frauen, weil sie dann natürlich Geld für das Amateur-Mehndi haben wollten, aber dann fanden wir's doch irgendwie ganz cool. Sogar jetzt nach über zwei Wochen hab ich noch etwas von der Farbe auf dem Arm. Ich hab dann allerdings kein Geld für das Mehndi gegeben, da die Frauen das ja gegen unseren Willen gemacht haben, aber ich hab mir nach einigem Verhandeln die Stempel und die Henna-Farbe gekauft, weil mir das irgendwie gefallen hat.



Die alten Märkte der Altstadt fanden wir auch ziemlich klasse und haben mit den vielen bunten Kleidungs- und Schmuckläden zum Shoppen eingeladen.



Weil wir dann außerdem noch ein paar bedeutsame Gebäude sehen wollten, sind wir danach zu verschiedenen Moscheen gelaufen und waren besonders beeindruckt von der großen Jama Masjid Moshee, genannt Freitagsmoschee, die ich zum Glück auch ohne Kopftuch betreten durfte. Man muss dazu sagen, dass Ahmedabad muslimisch geprägt ist, wodurch es sehr viele Moscheen gibt.


Jama Masjid

Am Abend wollten wir nach einer kurzen Pause eigentlich noch etwas essen gehen aber mir war dann irgendwie so schlecht und schwindlich, dass ich auf dem Weg in die Stadt direkt wieder umgedreht bin und mich ins Bett gelegt hab. Zu allem Übel hab ich mich dann auch noch übergeben und selbst am Sonntag ging es mit so schlecht, dass ich den Tag im Hotelzimmer verbringen musste. Das war er also – mein erster Sonnenstich! ;)
Nach ein paar Tagen war ich dann aber wieder vollständig regeneriert, also alles wieder gut.

Ein weiteres Highlight aus der letzten Zeit fand letzte Woche Dienstag statt, als ich schon auf meiner zweiten indischen Hochzeit war. Die Schwester meines Arbeitskollegen Vishal sollte verheiratet werden und zu diesem Anlass war auch das gesamte Unternehmen eingeladen. Mein Arbeitskollege Dhrumit war so nett, mich auf seinem Motorrad mitzunehmen, weil das Fest ziemlich weit außerhalb des Stadtzentrums stattfand.


Dhrumit

Diese Hochzeit war noch viel größer, beeindruckender und mit noch mehr Musik und Tanz als die letzte, denn die Familien des Brautpaars hatten keine Kosten und Mühen gescheut und so ein großes Gelände gemietet und ca. 1000 Gäste eingeladen.











Natürlich durfte auch eine beleuchtete Pferdekutsche, ein lautes Trommelorchester und ein großes Buffet nicht fehlen, denn in Indien gilt die Größe einer Hochzeit auch als Statussymbol.
Und es war auch besonders schön, nicht auf einer fremden Hochzeit zu sein, sondern als geladener Gast mit den indischen Arbeitskollegen die gute Laune aller Beteiligten zu genießen.


Abendessen vom Buffet mit den Kollegen



Ich persönlich war natürlich besonders beeindruckt von der coolen Trommelmusik, zu der die Verwandten des Brautpaars in ihren schillernden Kleidern mehrere Stunden lang tanzt haben, bis die eigentliche Zeremonie begann. Wir sind dann allerdings schon eher zurück nach Hause gefahren, weil wir die traditionellen langwierigen Handlungen, um das Brautpaar zu verheiraten, ja bereits gesehen hatten.




die gut gelaunte Braut


das Brautpaar

Die restliche letzte Woche war recht unspektakulär und nicht sonderlich erwähnenswert, bis auf dass unser neuer Helios-Trainee Nils aus Hamburg angekommen ist, den ich vor einigen Wochen rekruitiert hatte. Er scheint ein ziemlich umgänglicher und netter Zeitgenosse zu sein, was mich natürlich sehr freut, da man ja zwangsläufig immer recht viel Zeit miteinander verbringt, wenn man zusammen wohnt und arbeitet.

Das letzte Wochenende hab ich allein in Mount Abu in Rajasthan verbracht, wo es etwas kühler und grüner ist als in Baroda und es u.a. viele Tempel und einen hübschen kleinen See zu sehen gibt. Die Zeit dort hat wirklich gut getan, weil der Ort in den Bergen total schön und erholsam ist und ich die Zeit für mich mal wirklich gebraucht habe.
Darüber schreibe ich aber dann in dem nächsten Bog-Eintrag, das soll’s erstmal gewesen sein. :)

Ich hoffe es geht euch allen in Deutschland (und einigen meiner Kommilitonen im Rest der Welt) gut und ihr lasst euch von den vielen Diskussionen über die Euro-Kriese und Griechenland, sowie den zurückgetretenen Bundespräsidenten nicht unterkriegen, sondern freut euch lieber noch über den Sieg von Lena und auf die bevorstehende WM. ;)

Eure Anja aus Indien

Mittwoch, 5. Mai 2010

Mumbai & Udaipur

Wenn ich könnte würde ich euch jetzt fragen: Wollt ihr erst die gute Nachricht hören oder erst die schlechte?
Leider geht das nicht, deshalb fang einfach mal mit schönen, guten Berichten an.

Vorletztes Wochenende, vom 23.- 25. April, waren Gül, Julianna, Lieke und ich in Mumbai, wo wir zusammen ein tolles Wochenende verbracht haben!

Gül und ich haben uns den Luxus gegönnt und sind mit dem Flugzeug geflogen, sodass wir nach grade mal 45 min in Mumbai gelandet sind. Es war verdammt heiß und schwitzig und da die Stadt verdammt groß ist (22 Mio. Einwohner)und wir jeweils einen großen Rucksach auf dem Rücken hatten, waren Gül und ich reichlich k.o., als wir uns dazu entschieden, eine ausführliche Mittagspause einzulegen. Ich hatte Palak Masala Dosa - von nun an mein Lieblingsessen hier(Masala Dosa ist eine Art großer dünner knuspriger Pfannkuchen, der zusammengerollt oder gefaltet ist und in dessen Inneren sich eine gelbliche Mischung aus Kartoffeln, Gemüse und Gewürzen befindet; Palak bedeutet, dass auf der Innenseite der Teigmasse noch etwas Spinat drauf ist; dazu gibt es zwei verschiedene Soßen).



Nach ein paar Stunden Shopping in der Straßenlädenmeile im Stadtteil Colaba schlechthin trafen Sich Gül und ich am Abend dann endlich mit Lieke, die ein Hotelzimmer sogar MIT Klimaanlage für uns organisiert hatte. Zum Abendessen waren wir in einem sehr guten internationalen Restaurant und ich habe bisher wirklich nirgendswo so viele weiße Menschen gesehen, wie an diesem Ort! Kaum zu glauben, aber wir hatten tatsächlich Rindfleisch und Bier zum Essen. Ich hab mir einen Burger bestellt und es war so toll, endlich mal wieder anderes Fleisch zu essen als Hühnchen.



Während wir so da saßen kamen wir ins Gespräch mit einer Gruppe sehr netten jungen Indern - einem Mädchen und zwei Jungs. Nachdem wir nach dem Essen zusammen mit den neugewonnenen Bekannten ewig überlegt hatten, wo denn eine gute Party stattfinden könnte, sind wir dann letztendlich im "Apollo" gelandet, einem kleinen aber feinen Club unweit unseres Hotels in Colaba. Wir hatten sooo viel Spaß und konnten endlich mal wieder ausgelassen tanzen und dann auch noch mit Einheimischen, was das ganze nochmal lustiger gemacht hat!




Sam & Lieke

Am nächsten Morgen sind wir zum Frühstück in ein Bagel-Restaurant gegangen und ich hatte mein leckerstes Frühstück bis jetzt in Indien! Danach kam dann auch unsere Julianna zu uns, die arbeitsbedingt einen Tag später als wir nach Mumbai gekommen war.Natürlich ging es dann wieder zum Shoppen - wie konnte es anders sein - immerhin waren wir ja unter anderem dazu in die Metropole gereist. Das Beste am Kaufen verschiedenster Dinge in den zahlreichen bunten Straßenläden war eigentlich das Verhandeln mit den Verkäufern, das ich dort erstmal richtig gelernt habe und das irgendwie unheimlich Spaß macht! :) Am Ende des Wochenendes war ich dann um ca. 6 Kleidungsstücke, zwei paar Schuhe, mehrere paar Ohringe, mehrere Armreifen, eine handgefertigte Holztrommel und ein kuschliges Handtuch reicher.


Schmuckladen und die Kunst des Verhandelns

Am Samstag Abend haben wir vier Mädels uns dann ganz besonders hübsch gemacht und sind mit dem Taxi in den Nobel-Club "Bling" gefahren, das war ein genialer Abend!
Leider war fotografieren in dem Club verboten, deshalb gibt's an dieser Stelle leider keine Beweisfotos.

An unserem letzten Tag in Mumbai, Sonntag, haben wir vor allem ausgeschlafen und waren wieder lecker frühstücken...



und nach ein paar schönen Stunden in einer kühlen, nobelen Shoppingmall, in der ich sogar (ich konnte es erst gar nicht fassen) Lindt-Schokolade bekommen hab...


indische Lindt-Frau



... ging's anschließend zum Marine Drive, von wo aus wir zu beiden Seiten der Bucht die Skyline von Mumbai sehen konnten. Der Strand war voller Menschen, die einfach nur das Wochenende genossen haben und man hat ein schönes Gefühl von Urlaub bekommen. :)


Lieke & ich


Lieke & Julianna

Das war dann auch ein gelungener Abschluss, ehe wir alle mit dem Sleeper-Zug + Klimaanlage wieder zurück nach Home Sweet Home Baroda gefahren sind.

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Das Wochenende danach, sozusagen letztes Wochenende ging’s schon wieder auf Reisen, aber diesmal nach Udaipur – einem langersehnten Reiseziel von mir.

Zu viert sind wir – also Julianna (China), Matt (USA), Jay (Indien) und ich – in der Nacht von Freitag zu Samstag nach Udaipur, das nach allgemeiner Meinung die schönste und romantischste Stadt im Bundesstaat Rajasthan ist, gefahren. Eigentlich wollten wir mit einem Sleeper-Bus fahren, aber dann hat Jay ein Auto + eigenen Fahrer organisiert und so sind wir dann also ganz flexibel in der Nacht von Freitag zu Samstag per PKW gereist.
Früh am Morgen kamen wir dann in der wunderschönen und idyllischen Stadt an, die eine total entspannte Atmosphäre verbreitet.



Im Stadtteil Lal Ghat, direkt am Pichola-See gelegen, fanden wir dann auch eine schöne Bleibe in Form eines kleinen Hotels mit Dachterrasse als Restaurant. Mit unseren zwei Doppelzimmern hatten wir sogar eine ganze Etage des Hotels für uns und erstaunlicherweise waren wir auch immer die einzigen Gäste in dem "Roof Top Restaurant", von wo aus wir einen großartigen Blick über die Stadt genießen konnten.



Beeindruckt von der Schönheit der Stadt und dem gemütlichen Hotel, das wir für uns entdeckt hatten, verbrachten wir nach der anstrengenden Anreise dann erstmal ein paar Stunden auf dem Dach des Hotels und ließen uns mit einem ausgiebigen Frühstück bedienen.


Jay + Omlett


Julianna + Spaghetti


Matt + Eiertoast

Danach waren wir uns dann alle einig, dass wir uns unbedingt den berühmten Stadtpalast, die größte Palastanlage in ganz Rajasthan, ansehen mussten. Wir verbrachten kurzweilige 3 Stunden in dem faszinieren, 440 Jahren alten Gebäude, das noch schöner war, als ich es mir nach den Erzählungen anderer Trainees vorgestellt hatte. Außerdem konnte man einen besonders schönen Blick über die ganze Stadt in allen Himmelsrichtungen genießen.


unsere Gruppe und der Palast


indische Wandmalerei (Elefant + Maharashtra)
















typisch chinesisches Foto ;)

Anschließend gab es noch einen schönen Tempel gleich in der Nähe zu sehen und auf dem Weg dahin habe ich zufällig einen indischen Künstler kennengelernt, der aufgrund der Kunst und speziellen Austauschprogrammen schon so oft in Deutschland war, dass er ein wenig einen westdeutschen Akzent hatte. ;)


der Tempel

Julianna und ich haben uns dann auf gemacht, noch einen näheren Blick in die Läden zu werfen und es stellte sich heraus, dass die Verkäufer ausgesprochen nett und geduldig waren, sodass wir auch wenn wir in den meisten Läden nichts kauften fast immer nette Small-Talks mit ihnen hatten.
Später sind wir zum Abendessen zu dem besten Restaurant der Stadt gegangen, wie uns von dem Besitzer unseres Hotels empfohlen wurde. Dort angekommen – das Restaurant befand sich auf dem Dach eines Nobelhotels – hatten wir einen so wunderbaren Blick über die leuchtende Stadt und den See mit dem weißen hell strahlenden „Lake Palace Hotel“ in dessen Mitte, dass wir alle ganz ruhig wurden und einfach nur diese schöne Atmosphäre genossen und diese wunderbare Zeit zu schätzen wussten. Wir hatten Chicken Tikka und Roti, dazu Wasser und Rotwein und ich hab mir in diesem Moment echt gewünscht, dass er länger gedauert hätte.


Lake Palace Hotel



Später sind wir dann noch in eine Bar gegangen und haben den Abend mit einer großen Shisha und indischer Musik gemütlich ausklingen lassen.



Am nächsten Morgen gab es leckeres kontinentales Frühstück für Julianna und mich, die Jungs brauchten nach einigen nächtlichen Beeren mehr Schlaf als ich. Danach waren wir gefühlte 2 Stunden in einem kleinen Klamottenladen, bei dem wir letztendlich zusammen 8 Kleidungsstücke gekauft haben. Ich hab mich auch endlich ordentlich mit bunten weiten und sehr bequemen Stoffhosen und Kleidern eingedeckt, die die momentanen Hitze von tagsüber durchschnittlich 45°C ein klein wenig erträglicher machen.

Unser kulturelles Programm haben wir fortgeführt, als die Jungs auch endlich wach waren und gefrühstückt hatten. Unser Weg führte uns auf einen Berg direkt am Rand der Stadt, auf dessen Gipfel sich der „Monsun Palace“ befindet. Dank unseres privaten Fahrers war es kein Problem für uns, dort hoch zu kommen und ich weiß nicht, wie Jay das gemacht hat, aber oben angekommen hatten wir auch noch einen privaten Führer, der uns alle historischen Hintergründe zu dem Palast erklärt hat. Außerdem hatten wir dort oben auf dem Berg das Glück, die gesamte Stadt aus einer beeindruckenden Vogelperspektive zu sehen und auch auf der anderen Seite des Horizonts bis zu der Bergkette an der Grenze zu Gujarat zu schauen zu können.




typisch amerikanische Pose


unser Führer hat mich immer "Maharani" genannt - eine große Ehre für mich, denn das heißt so viel wie "Prinzessin"


v.l.n.r. unser Führer, ich, Matt, Jay, unser Fahrer namens Bablu



Zurück in Lal Ghat mussten wir uns gleich auf den Weg zum Bahnhof machen, da Julianna ihren Zug nach Delhi bekommen musste, von wo aus Sie sich dann auf ihre einmonatige Reise durch Indien gemacht hat. Der Abschied viel schwer, so blieben auch Tränen nicht aus, aber ich weiß, dass es ihr gut geht und Sie die Reise auch allein gut meistert.

Den Abend und damit auch das Urlaubswochenende haben wir zu dritt auf ganz besondere Weise abgeschlossen. Jay hatte den Tipp bekommen, dass sich ein paar Kilometer außerhalb der Stadt auf dem Weg nach Gujarat eine große schöne Gartenanlage befindet, in der man sehr lecker traditionell essen kann. Nach einer ganzen Weile des Suchens fanden wir dann doch die besagte Anlage und bekamen erst mal einen schönen roten Fleck auf die Stirn. :) Das Essen fand in einer speziellen großen Hütte in der Mitte des Gartens statt. Wir saßen wie auch die anderen Gäste entlang der Wand auf Sitzkissen an flachen Tischen. Der Teller bestand aus geformten getrockneten Blättern und wurde sofort mit allen möglichen Speisen gefüllt, dessen Namen ich mir bis auf Dal und Roti leider nicht merken konnte. Auf jeden Fall war es total lecker und der Teller wurde immer wieder aufgefüllt, sobald man etwas gegessen hatte.


der Mann am Empfang




indische Köstlichkeiten



Bevor wir uns dann wieder auf den Weg zurück machen mussten gab es noch eine kleine Show mit einer beeindruckenden, typisch Rajasthanischen Tänzerin, die vor allem mit einem Stapel aus Metallgefäßen und einem brennenden Topf ihre Balancekünste unter Beweis stellte.



Im Endeffekt kann ich ohne Zweifel behaupten, dass dieses Wochenende meine bisher schönste Zeit in Indien war und ich definitiv nach Udaipur zurückkommen werde.



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Doch nun zu der eher schlechten Nachricht: Letzte Woche in der Nacht von Donnerstag zu Freitag ist meine liebgewonnene Freundin Gül wegen unglücklichen Umständen in ihrer Familie für bisher unbestimmte Zeit nach Deutschland gereist. Ich und auch alle ihre Freunde in Baroda, wie auch die Kollegen auf Arbeit wünschen ihr und ihrer Familie alles Gute.

Nun sind also die beiden bisher für mich engsten Freunde in Indien vorläufig nicht mehr da. Außerdem bin ich seit einer Woche die einzige Deutsche bei Helios Solutions, wodurch ich schon nach drei Wochen des Praktikums enorm viel Verantwortung habe, da ich nun allein mit unserem CEO Jigar für alle deutschen Kunden und Projekte verantwortlich bin.

Ich muss aber auch ganz ehrlich gesagt sagen, dass, auch wenn mein Job im Moment sehr herausfordernd ist und ich viel zu tun habe, die Arbeit wahnsinnig viel Spaß macht. Diese Woche war ich jeden Tag bis 21 Uhr im Büro und war heute tatsächlich die allerletzte, die gegangen ist. Doch das macht mir überhaupt nichts aus, weil ich gerne auf der Arbeit bin. Und einer der besten Nebeneffekte ist, würde ich sagen, dass ich hier in Indien in verschiedenster Hinsicht – sei es bezogen auf das Praktikum und die Tätigkeit des Managen oder auf das allgemeine Leben in einer völlig anderen Kultur - wahrscheinlich so viel dazu lernen werde, wie ich bisher in meinem Leben noch nie gelernt habe.