Freitag, 9. April 2010

Alles eine Frage der Gewöhnung.

Ich weiß, ihr habt schon sehnsüchtig darauf gewartet, deshalb gibt's jetzt einen neuen Blog-Eintrag von mir. :D

Es ist nun wieder eine Woche um und wenn mich jemand fragen würde, wie ich sie beschreiben würde, dann wäre "durchwachsen" das richtige Wort.

Letzten Samstag auf auf jeden Fall erstmal ein kleines Highlight meiner bisherigen Zeit hier, und zwar meine erste Party mit den anderen Trainees, auf der eine Kanadierin, eine Neuseeländerin, ein Niederländer, zwei Deutsche, ein Inder, einige Franzosen und Französinnen und ich eine gute Zeit zusammen hatten. Die Party fand auf dem Hausdach der Gastgeberin statt und es wurde gegrillt (natürlich auch Fleisch - juhuu!), jede Menge getrunken, und viel erzählt. Um ca. halb 6 wurden dann auch die letzten Gäste müde und wurde ich im Anschluss sogar netterweise nach Hause gebracht.


Party-Time






Andreas, ich, Ruud

Am nächsten Tag war erstmal schlafen angesagt und danach wurde es mal Zeit, meine Wäsche zu waschen. In Indien waschen die meisten Leute mit der Hand und so war es eine Erfahrung ganz besonderer Art, zwei Stunden lang zu schrubben und zu bürsten, bis die Sachen endlich auf der Leine hingen.
Danach wurde der Tag dann etwas angenehmer, denn ich war mit Khushbu, einem sehr lieben Mädchen, das ich im AIESEC-Büro kennengelernt hatte, und einem Freund von ihr verabredet. Wir verbrachten den Tag mit einem Besuch im Baroda-Stadtmuseum, einem Spaziergang durch den Park, kalten Getränken und natürlich guten Gesprächen, da die beiden sehr kreative Menschen sind und gute Themen parat hatten. Lustig war die Feststellung an der Museumskasse, dass der Eintritt für Inder 10 Rupien und für Ausländer 200 Rupien kostet. Da merkt man immer wieder, wie die Inder versuchen, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen!
Am Abend war ich dann noch mit einigen der Leute von der Party am Vortag im Kino. Insgesamt war's wieder ein wirklich schöner und lustiger Abend, auch wenn der Film ("Clash of Titans") nicht so berauschen war.


Khushbu & Jahan

Die anschließende Arbeitswoche war geprägt von Verdauungsproblemen und Krankheitsgefühl, was sich jetzt zum Glück wieder beruhigt hat.
Montag war noch alles in Ordnung, da war ich abends wieder beim Yoga-Kurs auf dem Dach des spirituell angehauchten Inders Piyush und danach sind wir alle dann ins Mirch Masala Restaurant essen gegangen.

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Vielleicht lag es an dem Salat, den ich an dem Abend zu mir genommen hab, oder auch einfach daran, dass mein Körper sich noch nicht an das indische Essen und die vielen Gewürze hier gewöhnt hatte, auf jeden Fall ging es mir den nächsten Tag total schlecht. Den ganzen Tag war mir sehr übel und schwindelig und ich hab die ganze Zeit über nichts zu Essen 'runterbekommen, bis auf etwas Wassermelone am Abend, die echt gut getan hat. Zum Glück durfte ich an dem Tag schon nachmittags von der Arbeit gehen, weil mein Chef gesehen hat, wie schlecht ich mich gefühlt habe und mir aufgetragen hat, mich erstmal auszuruhen. Die Nacht hab ich bei der Gül verbracht, die sich Sorgen um mich gemacht und sich sehr lieb um mich gekümmert hat.


Gül & Julianna

Am nächsten Tag ging's mir dann schon wieder etwas besser, aber ich konnte wieder nicht viel essen und hatte weiterhin Verdauungsprobleme, wie auch am Tag darauf. Seit gestern bzw. heute ist es zum Glück wieder gut aber so richtig habe ich den Appetit auf indische Gewürze immer noch nicht wiedergefunden. Ich hab mir aber sagen lassen, dass das alles eine Frage der Gewöhnung ist und es bei manchen Menschen der Körper am Anfang einfach ein bisschen Zeit braucht, bis er sich an all das Neue - das Essen, die Hitze und die Umstände hier - gewöhnt hat.

Gestern war eigentlich ein guter Tag. Ich hatte am Abend ein langes Gespräch mit meinem Chef und habe ihn davon überzeugen können, mir jeden zweiten Samstag frei zu geben, natürlich auch zum Reisen.
Danach hab ich Gül von der Arbeit abgeholt und später haben wir uns mit den anderen zum Essen - wieder im Mirch Masala - getroffen, da es der letzte Abend für Stefan aus Dresden war. Die meisten von uns wollten danach noch nicht nach Hause, und so haben wir ein paar nette Stunden in Manthans Nintendo Wii-Laden verbracht, den er vor kurzem eröffnet hat. Ich habe jedes Mal verloren, aber das war mir egal, weil ich weiß, dass ich schlecht in Videospielen bin. Ein Amerikaner aus Chicago, den Julianna und Gül am Vortag kennengelernt hatten, war neu in der Runde und ich glaube er hat sich ganz wohl gefühlt, mit der internationalen Gruppe Zeit zu verbringen.


Peter aka Piotr

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten, nur, dass ich jetzt schon das Europäische essen vermisse und mittlerweile in fast der ganzen Wohnung Ameisen auf dem Boden herumkrabbeln. Ich glaube aber, dass man sich in Indien einfach daran gewöhnen muss, mit Tieren aller Art zusammenzuleben. Und so hat es mich auch nicht weiter gestört, als ich letztens mit meinem Laptop auf der Terrasse saß und sich einfach eine große gelbe Eidechse zu mir gesellt hat. Ich habe gelernt, dass einem vor allem hier in Baroda nur die wenigsten Menschen und Tiere etwas Böses wollen und so denke ich, dass man zwar stets vorsichtig sein sollte, sich aber auch ruhig auf die vielen beeindruckenden Erfahrungen hier einlassen kann.



Ausblick von meiner Terrasse


die Küche


das Bad


mein Bett


Wäsche waschen mal anders


vollendetes Werk



typischer Straßen-Shop


Zuckerrohrsaft


Robert hat gekocht!

2 Kommentare:

  1. Ich will ein Bild von der großen gelben Eidechse xD wie cool! : )

    klingt ja ganz gut, aber schon ganz schöner Kulturschock, krass krass! Aber cool!

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  2. Grüße mal die liebe Gül von mir. ;-)

    Was du bei Magenproblemen machen musst ist erst einmal "DIät" halten. Nur trockene Brötchen/Kartoffeln/Reis. Aber nichts fettiges, zu scharf gewürztes. (an Gewürzen am besten nur Salz und Muskat).


    Wie siehts aus mit dem Praktikum?

    LG!
    Henni

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