Mittwoch, 31. März 2010

Hunde, Rinder, Affen, Wildschweine, Tauben, Eidechsen, ...








Ja ja richtig, Indien ist voller Leben. ;) All diese Tiere sind mir hier schon über den Weg gelaufen.
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Ich muss sagen, dass ich immer noch recht oft an zu Hause denke… meine Familie & meine Freunde und daran, wie es ist, in Deutschland zu sein. Ich bin nur froh, dass ich jetzt endlich eigenen Internetzugang hab! Tausend Dank an dieser Stelle an Lina & Marcel, die mir immer fleißig von sich berichten und nach mir erkundigen. Es freut mich immer wirklich sehr, eure Nachrichten zu lesen!

Über eine Woche bin ich jetzt schon hier. Kaum zu glauben, dass es doch erst eine so kurze Zeit ist, da jeder Tag einfach so vollgepackt ist und ich ständig unterwegs bin. Ist aber eigentlich auch gut so.

Wie ihr wahrscheinlich wisst ist dies meine erste Arbeitswoche. Die Firma, in der ich arbeite, heißt „Tech Publication Inc“ und beschäftigt sich vor allem mit Suchmaschinenoptimierung (SEO), was im Prinzip eine indirekte Methode des Online-Marketings ist und Websites dazu verhilft, im Suchmaschinen-Ranking bezogen auf verschiedene Keywords nach oben zu steigen und dadurch erfolgreicher zu werden. Bisher bestanden meine Aufgaben daraus, Artikel für Websites verschiedener Kunden zu schreiben, die dann auf großen Blogs und Plattformen gepostet und durch ein sogenanntes Link-Weel miteinander und mit der entsprechenden Website des Kunden verknüpft werden. Die Arbeit ist in Ordnung, aber bis jetzt noch nicht umwerfend. Allerdings arbeite ich grade an einem kleinen Marketing-Plan für einen Kunden, den wir von der Effektivität des Marketings in sozialen Netzwerken überzeugen wollen, das ist soweit ganz spannend. So, jetzt ist es erstmal genug mit dem langweiligen Kram.
Mein Chef ist auf jeden Fall echt nett und gibt sich sehr viel Mühe, mich mit Indien vertraut zu machen. An den ersten vier Tagen hat er sich in der Mittagspause immer mit zu seinem sehr schicken Haus genommen, wo uns seine Frau dann leckeres indisches Essen und auch Spezialitäten aus Gujarat (das ist der Bundesstaat, in dem Vadodara liegt) aufgetischt hat. Außerdem hat er einen zuckersüßen zweijährigen Sohn mit ganz großen braunen Augen.
Das einzige, was ich auf der Arbeit ein bisschen doof finde, ist dass es nicht so locker ist wie in den Firmen der anderen Praktikanten. Im Gegenteil sogar, wir müssen unsere Handys vor der Arbeit an einen besonderen Platz legen, müssen uns beim Kommen und Gehen in eine Liste eintragen und dürfen am Computer nicht mal unsere E-Mails checken, außer wir machen das nach der Arbeitszeit. All das ist eigentlich nicht „the Indian way“, aber ich denk daran wird ich mich gewöhnen. Schade ist nur, dass ich den ganzen Samstag lang arbeiten muss und dadurch nur einen Tag die Woche frei hab. Das macht das Reisen natürlich etwas schwieriger..

Außerdem bin ich ja, wie ich in meinem letzten Post geschrieben hab, am Montag ins „Trainee House“ für die Management-Praktikanten gezogen, wo es leider immer noch keinen Kühlschrank und kein Gas zum Kochen gibt. Allerdings hat mir mein Chef gestern einen Toaster gegeben, das war auch schon mal richtig super! Und so gab es heute bei mir Toast mit Erdnussbutter bzw. Mangomarmelade zum Abendbrot. Eigentlich hätte ich in meiner jetzigen Bleibe allein wohnen müssen, aber zum Glück habe ich hier einen persönlichen Schutzengel. Sie heißt Julianna und kommt aus Peking, China. Da ihr Mitbewohner zurzeit auf Reisen ist, hat sie sich am Montag spontan dazu entschieden, die Woche über bei mir zu wohnen, damit ich nicht allein bin. Das hat echt gut getan, weil sie schon ein paar Monate hier ist und mir vor einigen Dingen die Angst nehmen konnte. Zudem verstehen wir uns echt gut und haben ab und zu sehr interessante Gespräche!

Allerdings ist es auch toll, die anderen Praktikanten kennengelernt zu haben! Neben mehreren Deutschen, die ich sehr gut leiden kann, sind auch noch zwei Niederländer und eine Österreicherin in unserer derzeitigen Gruppe dabei. Zudem gehört noch der liebe Manthan dazu, der eigentlich aus Mumbai stammt und Julianna und mich schon das ein oder andere Mal mit seinem Motorrad nach Hause gefahren hat. Wir alle treffen uns meistens nach der Arbeit und essen dann irgendwo Abendbrot oder verbringen einfach in der Wohnung von einem von uns den Abend zusammen, was ich immer sehr genieße. Zu dem wöchentlichen Programm gehört auch noch ein Yoga-Kurs, den ein anderer Inder, der mit den Praktikanten befreundet ist, mit uns durchführt. Das Beste ist, dass der Kurs auf dem Flachdach seines Hauses unter dem Sternenhimmel stattfindet.

Was es auch noch zu erzählen gibt ist, dass ich mich heute zum ersten Mal getraut habe, „Street Food“, also eine Mahlzeit von einem der zahlreichen Straßenstände, zu essen. Ich muss sogar sagen, dass das Essen echt gut geschmeckt hat und auch in keinster Weise unhygienisch aussah oder so. Jedenfalls hatte ich keine Magenprobleme. Dazu gab es vom Nachbarstand eine angeschnittene Kokusnuss, aus der man mit einem Strohhalm den Saft trinken konnte und die anschließend so aufgeschnitten wurde, dass man auch das Fruchtfleisch essen konnte. Ich hab mich gefühlt wie im Film!

Natürlich ist auch nicht alles toll hier. Ich bin beispielsweise immer leicht verstört, wenn am Abend auf der Straße Müll verbrannt wird oder wenn Nachts am Rand an einer vielbefahrenen Hauptstraße einfach Leute liegen und schlafen. Außerdem hat man nur selten das Glück, dass der Rikscha-Fahrer Englisch kann und da meine Orientierung in Vadodara noch verbesserungswürdig ist und ich immer schlecht beschreiben kann, wo ich wohne, ist es schon mehrmals passiert, dass ich ganz verzweifelt irgendwo am Rand der Stadt 'rausgekommen bin und absolut keine Ahnung hatte, wo ich war. Bis jetzt ist aber immer alles gut gegangen und ich hab dank der Leute, die hier für mich da sind, den Weg nach Hause jedes Mal gefunden.

Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich glaub das reicht erstmal. Was ich nur noch sagen möchte ist, dass Indien auf jeden Fall eins ist: Anstrengend, fremd, interessant, faszinierend und verrückt zugleich. Und wenn jemand mal fragen sollte, warum das ein oder andere hier so ist, wie es ist, gibt es nur eine Antwort: „That’s India!“

Sonntag, 28. März 2010

Up & down




Hallo liebe Familie und Freunde,
als erstes moechte ich schreiben, dass mir viele von euch sehr fehlen. Gluecklicherweise erlebe ich hier aber grade so viel, dass ich eigentlich nur abends, wenn ich allein bin, Heimweh bekomme.
Gestern hab ich mehr oder weniger durch Zufall einige von den anderen AIESEC-Praktikanten kennengelernt, die sehr nett sind und mit denen ich heute direkt den ganzen Tag verbracht habe. Wir waren erst zusammen einkaufen und haben uns dann bei einem der Maedchen getroffen und Pfannkuchen fuer alle gemacht, danach sind wir zu einem grossen Palast hier in Vadodara gefahren. Das Bauwerk war sehr beeindruckend fuer alle von uns und hat uns ein Gefuehl aus 1001 Nacht gegeben, besonders die Wandverziehrungen in den Raeumen und die indischen Statuen ueberall.. und natuerlich die wunderschoene orientalische Architektur ansich. Danach waren wir in einer Art Saftbar und haben sehr leckere Mango-Lassis getrunken und Eis gegessen.. ich muss aber sagen, dass das indische Eis nicht so besonders gut schmeckt..
Spaeter sind wir dann noch mit der Rikscha, die fuer uns hier allgemeines Fortbewegungsmittel ist, zu einer grossen Shopping-Mall gefahren, wo ich mir sehr huebsche indische Klamotten gekauft hab, die ziemlich orientalisch aussehen, die ich aber trotzdem auch in Deutschland tragen werde. :) Und wir haben vegetarisches McDonalds-Essen probiert, das sogar fast besser war als das Europaeische mit Fleisch. Seltsam finde ich nur ein Produkt, das man bestellen kann, das aus einem Becher Cola besteht und eine Portion typisches McDonaldseis auf der Cola hat. Die Inder hier haben sind sehr gewundert, als ich gesagt hab, dass es das in Europa nicht gibt.
Auch sehr schoen war, dass die Mutter von Dhruv gestern ein ganz tolles Abendessen mit vielen verschiedenen Spaezialitaeten aus der Region zubereitet hat und wir mit den Haenden gegessen haben, was eine ziemlich coole Erfahrung war.
Am Abend gab es dann nur das Problem, dass ich eigentlich umziehen sollte, aber das so genannte "Trainee House" fuer die AIESEC-Praktikanten war noch nicht beziehbar, deshalb bleibe ich noch eine Nacht laenger bei Dhruvs Familie. Den Tag ueber war ich ziemlich besorgt meines Umzugs wegen, weil mir die anderen Praktikanten erzaehlt haben, dass man im Trainee House nicht wohnen kann..; sie haben gesagt, dass es dort kein richtiges Bett, keine Moebel und keinen Strom gibt und es dort sehr sehr schmutzig ist und ich hatte Angst, keinen Ort zu haben, wo ich wohnen kann, aber zum Glueck haben sich die AIESECer dann doch bemueht und gekuemmert und eine andere Wohnung gemietet, die ziemlich okay ist. Sie haben sie mir vorhin gezeit und bis jetzt fehlt nur noch das Gas zum Kochen und ein Kuehlschrank ist auch noch nicht da, aber es gibt zumindest Betten, Duschen, Toiletten und Strom. Ich werde zwar den ersten Monat allein dort wohnen, weil erst Ende April neue Praktikanten kommen, aber das krieg ich schon hin. Ich denke ich werde sowieso viel Zeit mit den anderen Praktikanten verbringen.
Ansonsten ist alles in Ordnung ich und ich bin gespannt, wie mein erster Arbeitstag morgen wird. Ich hoffe nur, etwas zutun zu haben und nicht die ganze Zeit herumsitzen zu muessen..
Ich hoffe in Deutschland ist auch alles gut. :)
Liebe Gruesse an euch.
Anja

Freitag, 26. März 2010

Der zweite Tag..



Aufregend, chaotisch, heiss und verrueckt.. das sind meine ersten Eindruecke Indiens und besonders der Stadt Vadodara, in der ich mich nun seit einem Tag befinde. Zurzeit bin ich noch bei einer sehr gastfreundlichen, wohlhabenden Familie des AIESECers Dhruv untergebracht, wo ich sogar ein eigenes Zimmer habe und deren Mutter sehr leckere indische Spezialitaeten kocht, die ich so noch nie gesehen habe. Wo ich ab naechster Woche wohnen werde, ist noch nicht so ganz klar.
Gestern Nachmittag haben Dhruv und ich den ersten richtigen Ausflug in die Stadt unternommen, wobei ich auf einem Moped mitgefahren bin. Es scheint, als wuerde so ziemlich jeder hier ein solches Zweirad besitzen.. jedenfalls sind die Strassen voll davon.
Ausserdem machen mir die vielen Strassenhunde, die frei herumlaufen, etwas Angst, aber solange sie mich in Ruhe lassen, habe ich kein Problem mit ihnen. Und wie man es sich so vorstellt laufen hier natuerlich auch jede Menge Kuehe einfach so die Strassen entlang, selbst in der Innenstadt, was ich ziemlich exotisch finde. :)
Erschreckend ist natuerlich, zu sehen, welche Armut es hier auch gibt, aber damit muss man ja rechnen. So gibt es viele Familien, die einfach am Strassenrand in einer improvisierten Behausung aus Tuechern und Stoecken leben. Viele von ihren verkaufen auch irgendwelche Dinge, wie z.B. Textilien und Obst. Und es gibt sehr viele Staende auf den Strassen, an denen Speisen verkauft werden, aber sie sehen wirklich nicht sehr serioes aus und jetzt wird mir auch klar, warum man als Auslaender dort nichts essen sollte.
Im AIESEC Buero war ich auch schon, was zwar nur spaerlich eingerichtet ist, aber sogar einer ganzen Wohnung entspricht. Ich hab erfahren, dass AIESEC Baroda zurzeit 170 Mitglieder und auch schon einige Preise gewonnen hat, u.a. den Award fuer das "Most progressive LC in 2008". Alle waren sehr freundlich, aufgeschlossen und interessiert mir gegenueber, aber teilweise war das auch etwas anstrengend dort, weil manchmal alle durcheinander geredet haben und ich immer mal Probleme hab, die Leute richtig zu verstehen, da die Inder zwar sehr gut Englisch sprechen, aber einen starken Akzent haben. Am Abend hat mir Dhruv netterweise noch eine indische SIM-Karte fuer mein Telefon besorgt.
In der Nacht hat mich dann aber doch mal das Heimweh ueberkommen, ich hoffe das passiert nicht nochmal..
Heute lerne ich den CEO des Unternehmens "Tech Publication Inc" kennen, bei dem ich ab naechster Woche arbeiten werde. Ich bin schon sehr gespannt und hoffe mal, dann ein paar interessante Aufgaben zu bekommen.
Erstmal moechte ich aber die Stadt noch etwas besser kennenlernen, die zwar schmutzig, aber dennoch modern ist.

Donnerstag, 25. März 2010

Die ersten Eindrücke von Indien.



Ich schreibe diesen Post vom Flughafen in Mumbai, wo ich nach indischer Zeit mitten in der Nacht auf meinen Anschlussflug nach Vadodara warte und doch langsam ziemlich fertig bin.
Der Flug mit Air India war allerdings echt schoen; es gab leckeres Essen, schoene Filme zum Anschauen und mein Sitznachbar war sehr nett und hat mir jede Menge über die indische Kultur, interessante Plätze und die Inder ansich erzaehlt. Ausserdem hat er mir gesagt, dass die allgemeine Lebenseinstellung der Inder stark in ihrer Religion begruendet ist, der Grossteil der Bevoelkerung sind naemlich Hinduisten und sagen sich... "Geh lieber alles ein wenig entspannter an, denn du wirst sowieso spaeter wiedergeboren." .) Er hat mir auch gleich noch seine Kontaktdaten gegeben, falls ich mir mal Kalkutta, seine Heimatstadt, ansehen möchte.
Ausserdem hab ich mich am Flughafen in Frankfurt auch sehr nett mit einem jungen Mann aus Delhi unterhalten, von dem ich dann auch die Kontaktdaten bekommen habe, falls ich mal nach Neu Delhi kommen moechte. Und von einem amerikanischen Inder habe ich grade ein paar laessige Ausdruecke auf Gujarati gelernt, der regionalen Landessprache, die auch in Vadodara gesprochen wird.
Vorhin hab ich auch mal Samosas probiert - ein beliebter indischer Snack aus einem Teilmantel gefüllt mit einer Mischung aus verschiedenen Gemüse - die ziemlich scharf, aber sehr lecker waren und von denen ich netterweise zwei zum Preis von einem bekommen hab.
Das Einzige, was bis jetzt ein klein wenig nervt, sind die Muecken, aber die bekomm ich auch noch in den Griff..
Also, ich mach mich dann mal auf den Weg zum Flieger, erste Bilder kommen spaeter.

Dienstag, 23. März 2010

Meinen Blog auf facebook verfolgen

Die Reise beginnt..

Dies ist mein Blog zu meinem Praxissemester in Indien. Fünfeinhalb Monate werde ich dort verbringen und in dem Unternehmen "Tech Publications Inc" als Praktikantin arbeiten.
Alle Reisevorbereitungen sind getroffen, alle wichtigen Leute sind verabschiedet, der Koffer ist gepackt.

Morgen geht's endlich los, dann mach ich mich auf den weiten Weg nach Vadodara, Indien.
Ich freu mich unheimlich auf die Zeit dort, auch wenn ihr mir einige von euch sehr fehlen werden.
Morgen fahre ich erst einmal mit dem Zug nach Frankfurt am Main, wo ich in einem Hostel übernachten werde und am nächsten Früh werde ich dann zunächst nach Mumbai fliegen. Von dort aus geht's weiter nach Vadodara, wo ich nach Ortszeit 6:40 des darauffolgenden Tages ankommen werde. Ich hoffe nur es klappt alles.

Das war's erstmal von mir, mehr gibt's später..